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Pflegebedürftigkeit: Deutsche unterschätzen Pflegekosten massiv

Pflegebedürftigkeit: Deutsche unterschätzen Pflegekosten massivViele Bürger sind ahnungslos, wenn es darum geht, wann und in welcher Höher es im Pflegefall Hilfe vom Staat gibt. So glauben laut einer aktuellen Umfrage der Postbank 43 Prozent der Verbraucher, dass die gesetzliche Pflege­ver­si­che­rung die Kosten für einen vollstationären Pflegeplatz komplett übernimmt. Jede fünfte Umfrageteilnehmer geht davon aus, dass der Eigenanteil unter 1.000 Euro liegt. In Wahrheit liegt dieser Wert im Bundesdurchschnitt aktuell bei rund 1.800 Euro, zeigen Berechnungen des PKV-Verbands. „Die Unkenntnis über die Kosten der Pflege für den Einzelnen und ihre Finanzierung zieht sich durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten“, erklärt Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank. „Es ist erstaunlich, dass sogar Menschen im Rentenalter, für die die eigene Pflege ein greifbareres Szenario ist, und die wahrscheinlich im eigenen Umfeld bereits mit dem Thema konfrontiert wurden, nicht besser informiert sind.“ Die gute Nachricht: Trotzdem sorgen etwa 59 Prozent der Befragten nach eigener Aussage für den Pflegefall vor. 36 Prozent schaffen oder erhalten Vermögenswerte, weitere 33 Prozent legen Geld auf die hohe Kante und 22 Prozent haben eine private Pflege­ver­si­che­rung abgeschlossen. „Es ist nicht möglich, angemessen vorzusorgen, wenn man das abzusichernde Risiko falsch einschätzt“, gibt Bargel allerdings zu bedenken. „Die Mehrheit der Befragten, die angeben, privat für Pflegekosten vorzusorgen, verweisen auf Ersparnisse und Vermögenswerte, wie ein Eigenheim, die im Pflegefall für die Finanzierung der Kosten eingesetzt werden sollen. Diese Menschen wiegen sich in trügerischer Sicherheit, da die Pflegekosten die Höhe der Ersparnisse oder den Wert einer Immobilie übersteigen können.“ Die Hauptgründe für Bürger, nicht für den Pflegefall vorzusorgen, sind fehlendes Geld (48 Prozent), die Erwartung, dass der Staat die Pflegekosten bezahlt (44 Prozent) oder der Glaube, dass es genügt, in die gesetzliche Pflege­ver­si­che­rung eingezahlt zu haben (38 Prozent). „Es ist sehr beunruhigend, dass ein so hoher Anteil der Befragten nicht vorsorgt. Sie geben die Verantwortung an den Staat ab oder stellen Ansprüche an die gesetzliche Pflege­ver­si­che­rung, die nicht realistisch sind. Menschen unter 40 Jahren sollten sich darauf konzentrieren, Risiken wie die Rentenlücke oder Berufsunfähigkeit abzusichern. Ab 40 Jahren, spätestens jedoch mit 50 Jahren, sollte man sich mit der Pflegevorsorge auseinandersetzen“, erklärt Bargel.

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